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Gefühle sind im Schulalltag allgegenwärtig: Freude, Stolz, aber auch Nervosität, Ärger oder Traurigkeit. Gerade Kinder brauchen Unterstützung, um ihre Emotionen wahrzunehmen, benennen zu können und im nächsten Schritt angemessen damit umzugehen. Sprache allein reicht dabei nicht immer aus – besonders für jüngere Schüler*innen oder Kinder, die sich sprachlich schwerer tun.


Genau hier helfen visuelle Poster mit Farben, Emojis und Symbolen. Sie bieten Orientierung und geben Kindern einen klaren Anker: So fühle ich mich gerade.



Gefühle Poster Klassenzimmer

Warum Gefühle im Klassenzimmer sichtbar machen wichtig ist


  • Sprache für Emotionen finden: Wer Gefühle benennen kann, kann auch besser mit ihnen umgehen.

  • Konflikte lösen: Emotionen klar aussprechen erleichtert Gespräche in Streit- oder Stresssituationen.

  • Selbstregulation stärken: Wenn Kinder lernen, ihre Gefühle zu erkennen, fällt es leichter, passende Strategien einzusetzen (z. B. Pause machen, Hilfe suchen).

  • Inklusion & Teilhabe: Auch nichtsprachliche Kinder erhalten durch Symbole und Emojis eine Stimme.



Ideen für den Einsatz im Unterricht


  • Morgenkreis oder Tagesstart: Kinder zeigen, wie sie sich fühlen – Grundlage für Austausch oder gemeinsames Ritual.

  • Calm Corner / Entspannungsecke: Kinder können ihre Gefühle sichtbar machen und gleichzeitig nach passenden Strategien greifen.

  • Reflexion am Stundenende: „Wie ging es mir heute?“ – Gefühle bewusst rückblickend wahrnehmen.

  • Konfliktgespräche: Poster als Hilfsmittel, um Emotionen im Streit sachlich anzusprechen („Ich bin wütend, weil …“).

  • Unterstützung für stille Kinder: Wer nicht sprechen möchte, kann trotzdem zeigen, wie es ihm oder ihr geht.



Verknüpfung mit den Kreisen des Einflusses



Einflusskreise in der Schule
Die Gefühle Poster sind super in Kombination mit den Einflusskreisen nutzbar

Die Fokus-Kreise des Einflusses unterscheiden zwischen:


  1. Dingen, die ich selbst beeinflussen kann (z. B. meine Reaktion, mein Verhalten).

  2. Dingen, die ich nur indirekt beeinflussen kann (z. B. in Zusammenarbeit mit anderen).

  3. Dingen, die ich nicht kontrollieren kann (z. B. das Wetter, Entscheidungen anderer).


Wenn Kinder ihre Gefühle ausdrücken können, entsteht die nächste Frage:

👉 „Liegt das, was ich gerade fühle, in meinem Einflussbereich? Bzw. wie kann ich meine Gefühle regulieren? Verbessern / ändern?“


Ein Beispiel:


  • „Ich bin nervös vor der Präsentation.“ → Einfluss: üben, tief atmen, Hilfe holen.

  • „Ich bin wütend, weil es regnet und wir nicht raus können.“ → kein Einfluss → Strategien: akzeptieren, alternative Aktivität suchen.


So lernen Kinder Schritt für Schritt: Gefühle wahrnehmen – Einfluss prüfen – passende Strategie wählen.




FAQ – Häufige Fragen



Sind die Poster nicht zu simpel für ältere Schüler*innen?

Nein. Auch in Klasse 5 oder 6 profitieren Kinder von klarer Visualisierung. Ältere Schüler*innen können zusätzlich eigene Emotionen ergänzen oder die Begriffe differenzieren.


Wie führe ich die Poster ein?

Am besten in einer gemeinsamen Stunde: Gefühle sammeln, Poster vorstellen und gemeinsam überlegen, wann und wie sie genutzt werden.


Wie helfen die Poster bei Konflikten?

Sie schaffen Distanz: Statt mitten im Streit zu schreien, können Kinder auf eine Emotion zeigen. Das erleichtert ein sachliches Gespräch.


Passen die Poster auch in andere Settings?

Ja – sie eignen sich für die Calm Corner, für Beratungsgespräche oder als Ritual in Ganztagsangeboten.


Wie verbinde ich die Poster mit den Kreisen des Einflusses?

Nach dem Benennen der Gefühle folgt die Frage: Kann ich daran etwas ändern? – So verbinden Kinder Emotionen mit Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeit.

 
 
 

Im Blogbeitrag Klassenwerte und Klassenregeln in der Schule hatte ich mich ja intensiver mit der Frage beschäftigt, ob Klassenwerte oder Klassenregeln die bessere Grundlage für ein gutes Miteinander sind. Dabei wurde deutlich: Regeln bieten Orientierung und Sicherheit, während Werte langfristiger wirken, weil sie auf einer tieferen Ebene verankert werden. Doch was, wenn wir beides miteinander verbinden?


Die Antwort sind Absprachen – klar, fokussiert und für alle leicht verständlich. Statt langer Listen von Regeln oder abstrakten Begriffen wie „Toleranz“ oder „Fairness“ bieten die sechs Absprachen eine reduzierte, einprägsame Grundlage, die den Unterricht strukturiert und das Klassenklima stärkt.



Ein mögliches Tafelbild zu den 6 zentralen Absprachen fürs Miteinander (mit meinem Material dazu)
Ein mögliches Tafelbild zu den 6 zentralen Absprachen fürs Miteinander (mit meinem Material dazu)

Warum Absprachen so kraftvoll sind


  • Einfach & überschaubar: Sechs Kernbotschaften, die alle Kinder verstehen und sich merken können.

  • Positiv formuliert: Statt „Wir schreien nicht“ heißt es „Wir sprechen leise“. Das gibt Orientierung, ohne zu belehren.

  • Verbindend: Absprachen werden gemeinsam eingeführt, reflektiert und gelebt – nicht von oben „verordnet“.

  • Flexibel einsetzbar: Sie lassen sich in jeder Klassenstufe nutzen, von der 1. Klasse bis in die Sekundarstufe, und können an die Klassensituation angepasst werden.


Umsetzungen der Absprachen mit meinem Material:

Vielen lieben Dank für euren Bilder und kreativen Umsetzungen!




Die 6 zentralen Absprachen im Überblick


1. Wir sind freundlich

  • Wir begrüßen uns, lächeln und sprechen freundlich miteinander.

  • Wir helfen, wenn jemand Unterstützung braucht.


Praxisbeispiel: Der Schultag beginnt mit einer Begrüßung an der Tür. Kinder, die freundlich „Guten Morgen“ sagen, fühlen sich selbst gesehen und stärken gleichzeitig das Miteinander.



2. Wir sind respektvoll

  • Wir hören zu und lassen andere ausreden.

  • Wir achten auf die Gefühle, Meinungen und Grenzen aller.


Praxisbeispiel: Im Gesprächskreis erinnern die Absprachen daran, dass niemand unterbrochen wird. So lernen Kinder, zuzuhören und unterschiedliche Sichtweisen zu akzeptieren.



3. Wir sind zuverlässig

  • Wir halten uns an Absprachen.

  • Wir übernehmen Verantwortung für unser Handeln.


Praxisbeispiel: Wenn die Klasse vereinbart, dass alle am Freitag ihre Hausaufgabenmappe abgeben, trägt jede*r die Verantwortung dafür – die Lehrkraft muss nicht dauernd erinnern.



4. Wir sind achtsam

  • Wir gehen sorgsam mit Materialien, Raum und Umwelt um.

  • Wir konzentrieren uns auf das, was wir gerade tun.


Praxisbeispiel: Nach einer Bastelstunde legen die Kinder ihre Scheren, Kleber und Papier ordentlich zurück. Die Absprachen helfen, Verantwortung für den gemeinsamen Raum zu übernehmen.




5. Wir sind rücksichtsvoll

  • Wir wahren persönliche Grenzen und gehen friedlich miteinander um.

  • Wir sprechen in einer angemessenen Lautstärke und arbeiten leise, wenn es nötig ist.


Praxisbeispiel: Beim Partnerpuzzle achten die Kinder darauf, dass niemand zu laut ist und jede*r in Ruhe arbeiten kann. Rücksichtnahme wird so zur Selbstverständlichkeit.



6. Wir sind ein Team

  • Wir unterstützen uns gegenseitig.

  • Wir feiern Erfolge gemeinsam und halten in schwierigen Momenten zusammen.


Praxisbeispiel: Nach einer gelungenen Präsentation gibt es Applaus für die Gruppe – kleine Rituale zeigen, dass die Klasse zusammensteht.



Einsatzmöglichkeiten der Absprachen fürs Miteinander im Unterricht


Die sechs Absprachen lassen sich flexibel nutzen:


  • Schuljahresanfang: Gemeinsam einführen, z. B. durch Rollenspiele („Wie sieht Freundlichkeit im Alltag aus?“).

  • Klassenzimmergestaltung: Die Absprachen als Poster aufhängen oder in Schülerhand gestalten lassen (Ausmalvorlagen, eigene Symbole, Collagen).

  • Reflexion: Am Ende der Woche besprechen: „Welche Absprachen haben wir gut umgesetzt? Wo brauchen wir noch Übung?“

  • Konfliktlösung: Bei Streit können die Kinder selbst prüfen: „Welche Absprache haben wir heute nicht beachtet?“

  • Verbindung zu Klassenregeln: Wenn eine Schule auf Regeln besteht, können die Absprachen parallel genutzt und als „positive Ergänzung“ erklärt werden.




Vorteile von Absprachen / Klassenwerten

✅ Weniger Regeln – mehr Klarheit

✅ Positive Sprache stärkt Motivation

✅ Werte werden konkret und alltagstauglich

✅ Kinder fühlen sich einbezogen und ernst genommen

✅ Geeignet für Grundschule und Sekundarstufe


Mögliche Herausforderungen

⚠️ Einführung braucht Zeit – besonders am Anfang des Schuljahres.

⚠️ Konsequenz ist entscheidend – Lehrkräfte und Schüler*innen müssen gemeinsam auf die Einhaltung achten.

⚠️ Anpassung an das Alter – in höheren Klassen sollten die Absprachen stärker diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt werden.




FAQ zu Absprachen im Klassenzimmer



Sind Absprachen nur für jüngere Kinder geeignet?

Nein, auch in höheren Klassen sind sie sinnvoll. Ältere Schüler*innen können sogar eigene Beispiele einbringen und die Absprachen vertiefen.


Was unterscheidet Absprachen von Regeln?

Regeln sind meist strenger und verbotsorientiert, Absprachen hingegen sind positiv formuliert und stärker wertebasiert.


Wie führe ich Absprachen ein?

Schritt für Schritt: Eine Stunde zum Einstieg, gemeinsames Erarbeiten von Beispielen, Visualisierung im Klassenraum. Wiederholung macht sie selbstverständlich.


Passen Absprachen zu bestehenden Schulregeln?

Ja – sie ergänzen diese sogar, indem sie den Alltag positiver und leichter handhabbar machen.


Kann ich Absprachen individuell anpassen?

Natürlich. Jede Klasse ist einzigartig. Die sechs zentralen Absprachen sind eine Basis, die ergänzt oder vereinfacht werden kann.

 
 
 

Kinder haben oft ganz unterschiedliche Bedürfnisse: Sie wollen eine Frage stellen, brauchen Hilfe, möchten etwas trinken oder müssen dringend zur Toilette. Im hektischen Schulalltag führt das schnell zu Zwischenrufen oder Unruhe – und genau hier helfen Handsignale.


Mit einfachen Gesten können Schüler*innen zeigen, was sie brauchen, ohne den Unterrichtsfluss zu stören. Statt „Frau Müller, ich muss mal!“ reicht ein hochgehaltener Finger oder ein überkreuzter Finger (die „stille Toilette-Geste“) und schon versteht die Lehrkraft, worum es geht.



Handsignale im Unterricht


Warum Handsignale im Unterricht sinnvoll sind


  • Ruhe im Unterricht: Statt ständigen Unterbrechungen können Kinder ihre Anliegen leise mitteilen.

  • Klarheit für alle: Jedes Signal hat eine feste Bedeutung – das macht Abläufe vorhersehbar.

  • Förderung von Selbstständigkeit: Kinder lernen, sich selbst einzuschätzen und mit kleinen Bedürfnissen eigenständig umzugehen.


Gerade zu Beginn eines Schuljahres lohnen sich solche Absprachen / Handsignale im Unterricht. Es dauert vielleicht ein paar Tage, bis die Zeichen sitzen – aber danach profitieren alle.


Das Mysterium um das doppelte Toilettenzeichen:




Vor- und Nachteile / Herausforderungen von Handsignalen in der Schule

Vorteile Handsignale

Nachteile / Herausforderungen

Ruhiger Unterricht – weniger Zwischenrufe, mehr Konzentration

⚠️ Gute Einführung nötig – Kinder müssen die Zeichen erst üben

Klare Struktur – jedes Signal ist eindeutig und schnell verständlich

⚠️ Einheitliche Nutzung – alle müssen konsequent mitmachen, sonst verpufft die Wirkung

Selbstwirksamkeit – Kinder wissen, dass sie sich melden können, ohne zu stören

⚠️ Manche Signale können ähnlich wirken – braucht am Anfang klare Absprachen




FAQ zu Handsignalen im Unterricht


Sind Handsignale nicht zu kompliziert für jüngere Kinder?

Nein, gerade jüngere Kinder lernen Gesten sehr schnell. Wichtig ist, die Anzahl der Signale am Anfang klein zu halten (z. B. nur „Frage“, „Antwort“, „Toilette“).


Wie führe ich Handsignale in meiner Klasse ein?

Am besten in einer eigenen Unterrichtsstunde, spielerisch und mit Wiederholung. Ein kleines Plakat an der Tafel hilft zur Erinnerung.


Stören die Gesten nicht beim Unterricht?

Im Gegenteil: Sie sind leiser und unauffälliger als Rufe oder lange Diskussionen. Nach einer Eingewöhnungszeit nutzen Kinder sie ganz selbstverständlich.


Was tun, wenn Kinder die Signale falsch nutzen?

Gelassen bleiben und kurz erinnern: „Das war das Zeichen für Hilfe, nicht für Toilette.“ Klare Regeln und Geduld sind hier entscheidend.


Kann man die Signale individuell anpassen?

Unbedingt! Jede Klasse ist anders – ob überkreuzte Finger für Toilette oder ein Daumen hoch für „Ja“: Wichtig ist nur, dass es für alle klar abgesprochen ist.


 
 
 
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