Bessere Gespräche nach der Schule - eine Elternsicht auf die Arbeit mit Gefühlskarten zu Hause

Wer kennt es nicht? Die typischen Eltern-Kind-Gespräche nach der KiTa, oder der Schule. In der Regel bekommen wir auf die Frage „Wie war dein Tag?“ ein Schulterzucken und mit Glück ein „ok“ gemurmelt. Je weiter wir fragen, desto wortkarger werden sie. Meist zwar einfach nur deswegen, weil ihr Tag wirklich ok war und sie selbst gar nicht wissen, was wir genau wissen wollen. Denn die Neugier der Erwachsenen deckt sich größtenteils nicht mit dem Erzähldrang der Kinder.

Es gibt schon einige Ratgeber, die uns Eltern Tipps mit an die Hand geben, solche Gespräche besser zu gestalten. Wir sollen keine Ja/Nein Fragen stellen, lieber fragen, mit wem sie gespielt haben, oder ob das Kind neben ihm beim Mittagessen das Gleiche auf dem Teller hatte, um an unsere gewünschten Antworten zu bekommen.


Das sind natürlich wertvolle und gute Tipps, doch meist fällt es uns Erwachsenen deutlich schwerer diese Tipps in den akuten Situationen umzusetzen. Ich bin das beste Beispiel dafür. Ich gebe anderen Tipps und frag selbst „Und, wie war es heute?“, wenn ich nicht gerade unter Stilldemenz leide, fällt mir ziemlich schnell selbst auf, dass ich nun nicht groß was erwarten kann und schwupp poltern zwei, drei weitere - natürlich geschickt gestellte -

Fragen aus mir raus und bringen… nichts. Denn meine Kinder lachen sich schlapp, immerhin kennen sie mich mittlerweile, und antworten „Boar Mama, eine Frage zur Zeit! Und hey, mein Schultag war wirklich einfach nur okay und es ist nichts Aufregendes passiert!“


Über Gefühlsbildkarten Gefühle beschreiben

Aber wisst ihr was? Es gab und gibt auch andere Zeiten. Da merke ich dann deutlich, dass das „Ok“ eben nicht ok war. Uff. Gefühlschaos bei allen Beteiligten. Nur, wie sprechen wir darüber, ohne dass ich die Kinder unter Druck setze? Und ja, jetzt kommen hier diese coolen Gefühlskarten in Einsatz. Denn was in der Schule funktioniert, funktioniert auch zu Hause.

Für kleine Kinder kann man einfach damit anfangen, dass sie einige Karten selbst beschreiben:

„Was meinst du, fühlt das Kind auf dieser Karte?“ „Kennst du das Gefühl?“ „Kannst du das beschreiben?"

Und schwupp kommt man ins Gespräch, denn plötzlich fällt es dem Kind leichter ein Gefühl zu benennen, oder es mit seinem eigenen Gefühl in Verbindung zu bringen. Manchmal reicht das wirklich schon aus, um einen richtigen Gesprächswasserfall anzustoßen. Aus „Ok“ wird plötzlich ein „Als Frau XY mich ansprach und ich die richtige Antwort wusste, habe ich mich genauso stolz gefühlt wie das Kind da auf der Karte! Und fröhlich war ich und aufgeregt auch irgendwie!“


Hier lang zur Sammlung an Gefühlskarten.


Natürlich wird es trotzdem immer wieder Momente geben, wo euer Kind mit „Ok“ antwortet und es dann auch einfach dabei bleibt. Das ist aber auch ok. Ja wirklich, auch wenn es uns neugierigen Erwachsenen schwerfällt, wo wir doch so gerne Mäuschen spielen würden im Kindergarten oder in der Schule.

Falls diese Karten nichts für euch sind, oder ihr weitere Anregungen braucht: Es gibt auch noch weitere Materialien hier, die euch helfen, ins Gespräch mit euren Kindern zu kommen.

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